zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Kommentare zu den Thorheiten

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Tobias Bluhme zu »Schlossstadt: reichlich s-haltig, aber richtig«
Dieser Kommentar wurde am 19.03.2020 um 19.41 Uhr verfaßt.

"Flusssschema"

https://www.donau-ries.de/Landratsamt/Buergerservice/Aufgabenbereiche/Gesundheitsamt-Humanmedizin.aspx


Theodor Ickler zu »Schlossstadt: reichlich s-haltig, aber richtig«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2020 um 10.48 Uhr verfaßt.

Danke für den Hinweis! Dabei fällt mir auf, daß Dritteil seit der ersten Reformausgabe von 1996 aus dem gedruckten Rechtschreibduden getilgt ist. Dabei ist es nicht so selten wie manche anderen Wörter, die drinstehen, und orthographisch schwierig genug ist es auch.


Ivan Panchenko zu »Schlossstadt: reichlich s-haltig, aber richtig«
Dieser Kommentar wurde am 12.03.2020 um 16.00 Uhr verfaßt.

Übrigens (#1177): „Die Ausnahmen Mittag, dennoch und Dritteil werden in der alten wie der neuen Regelung angeführt.“

In der Reformregelung nicht Dritteil, sondern Drittel; der Universalduden führt entsprechend Drittteil mit drei t.


Ivan Panchenko zu »Saure Gurken und ein überflüssiges Jubiläum«
Dieser Kommentar wurde am 01.03.2020 um 15.53 Uhr verfaßt.

Können sich die Regelwächter nicht einigen, macht man es wie in der Politik: Man schließt einen Kompromiss. Der lautet: In Österreich schreibt man „Früh“ groß, in Deutschland „früh“ meist klein.

Man kann natürlich auch in Österreich morgen früh schreiben. Der Duden schreibt wohl deswegen „besonders österreichisch auch morgen Früh“, weil Früh(e) besonders in Österreich (und Südostdeutschland) erkennbar als Substantiv gebraucht wird (in der Früh). Man sagt allerdings nicht morgen Frühe, überhaupt sagt man zum Beispiel kaum eine gute Früh statt ein guter Morgen; selbst im Rahmen der Reformschreibung ist morgen Früh mit Früh als Substantiv (analog zu morgen Abend) also ziemlich dämlich.


Theodor Ickler zu »Saure Gurken und ein überflüssiges Jubiläum«
Dieser Kommentar wurde am 24.02.2020 um 16.45 Uhr verfaßt.

heute morgen ist nicht aus heute am Morgen entstanden unter mysteriösem Wegfall der Präposition, vgl. Grimms Wb.:

auch der einfache dativ morgen aus morgene (die kürzung morn, s. d., zeigt bisweilen noch die dativendung in der form morne) als zeitbestimmung, in der fügung früh morgen (vergl. DWB früh morgens oben b, γ. δ): da sie früe morgen den berg hinab gieng. Judith 10, 12; (er) predigt jnen von Jhesu ... von früe morgen an bis an den abend. ap. gesch. 28, 23; heute morgen, am morgen des heutigen tages: hettestu heute morgen so gesagt, das volk hette ein jglicher von seinem bruder abgelassen. 2 Sam. 2, 27; gestern morgen, heri mane, heute morgen, hodie mane Stieler 2374;
eines (ein bein, spricht der hund), lieber Pantalon,
hab ich nur noch gestern morgen
in dem winterreisz verborgen.
Gellert 1, 38;
alemannisch auch morne morgen, vergl. unter morn; bairisch morgen des morgens Schm. 1, 1648 Fromm.; hess. mor morgen, more morgen, morgen früh. Vilmar 272.
δ) dieser dativ morgen, adverbial geworden, ursprünglich im gegensatz zu einer vorhergehenden nacht gedacht, und den ihr folgenden morgen bezeichnend:
schon ist es tiefe nacht, ruht aus bis morgen.
Tieck Octavian. 327;


Schmachthagen würde wohl auch nicht sagen können, wieso nach dem Adverb heute usw. ein Substantiv (!) stehen kann. Aber Syntax ist wohl überhaupt nicht so sein Ding. Das teilt er mit den Reformern, die es sich ja auch einfach machen: "Einmal Substantiv, immer Substantiv." Oder mit Gallmann: Im Zweifelsfall ein Homonym suchen, und dessen Wortart ist es dann!


Theodor Ickler zu »Saure Gurken und ein überflüssiges Jubiläum«
Dieser Kommentar wurde am 24.02.2020 um 15.34 Uhr verfaßt.

Kürzlich gab Schmachthagen noch einmal ein Stückchen zum besten, das wir nicht in Vergessenheit geraten lassen wollen:

Der Abend bezeichnet den Zeitabschnitt eines jeden Tages, der amtlich nicht auf die Minute genau festgelegt ist, der aber zwischen dem Nachmittag und der Nacht liegt. Das Wort wird als Substantiv großgeschrieben: ein sommerlicher Abend, es wird Abend, gegen Abend, der freie Abend, ein bunter Abend im Fernsehen oder mit lyrischem Anklang: Der Wind weht von Abend her. Heute sagt man weniger romantisch: Wir haben Westwind.

Wenn der Abend kein Hauptwort wäre, sondern ein Adverb, würde er wie alle Adverbien kleingeschrieben, also: Gestern „abend“ waren wir im Kino. So schrieb man jahrzehntelang, doch das änderte sich mit der Rechtschreibreform. Die Bezeichnung von Tageszeiten nach Adverbien wie gestern, heute oder morgen werden seit 1996 als Substantive angesehen und großgeschrieben: heute Morgen, gestern Abend, vorgestern Nacht, morgen Mittag, übermorgen Vormittag.

Die laute Kritik an dieser Neuerung war unüberlegt, denn genau genommen handelte es sich bereits damals bei den Tageszeiten um keine Adverbien, sondern um Substantive. Schrieb man „gestern am Abend“, so musste der Abend bereits vor der Reform großgeschrieben werden. Es entbehrt jeder grammatischen Logik, den Abend als Wortart abzustufen, sobald die Präposition „am“ wegfällt. Also bleibt es jetzt in jeder Form als „gestern [am] Abend“ bei der Großschreibung, was natürlich nicht nur für den Abend, sondern für alle Tageszeiten gilt.

Nun stellt sich die Frage, ob es „heute Früh“ oder „heute früh“ heißt. Ist „die Früh“ eine Tageszeit, oder handelt es sich bei „früh“ ausschließlich um ein kleinzuschreibendes Adjektiv? Können sich die Regelwächter nicht einigen, macht man es wie in der Politik: Man schließt einen Kompromiss. Der lautet: In Österreich schreibt man „Früh“ groß, in Deutschland „früh“ meist klein.
(Peter Schmachthagen, Berliner Morgenpost 4.2.20)





Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2020 um 07.08 Uhr verfaßt.

Anders gesagt: Die neue Rechtschreibung ist die alte, das Zwischenspiel der Reformen gilt nicht mehr. Die Begründung der Zusammenschreibung ist heute wieder die gleiche wie im alten Duden: Idiomatisierung. Sie ist heute ebenso unrealistisch wie damals. (falsch liegen wird nach wie vor meistens getrennt geschrieben.) In meinem Wörterbuch ist selbstverständlich fakultative Zusammenschreibung angegeben, außer bei adverbialer Konstruktion („auf falsche Weise liegen“).

Anlaß meines Nachschlagens war heute die Schlagzeile: Warum Merz falsch liegt (https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/warum-merz-falsch-liegt,RqUoOv1)


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2020 um 06.05 Uhr verfaßt.

Duden zu falschliegen (nur so):

„Wussten Sie schon? Die Schreibung dieses Wortes wurde 1996 geändert (Beispiele zur neuen Rechtschreibung).“

Unter den Beispielen steht:

„Diese Liste ist eine umfangreiche Zusammenstellung der geltenden neuen, gegenüber der alten Regelung von vor 1996 veränderten Schreibungen (...)

Alt: falsch liegen – Neu: falschliegen

Aber 1996 war das Wort gar nicht im amtlichen Wörterverzeichnis enthalten. Man konnte daraus und aus dem Regelwerk allenfalls die Getrenntschreibung erschließen. Vor der Reform wurde es zusammengeschrieben, wie jetzt wieder nach den Revisionen. „Alt“ im heutigen Duden (online) bedeutet also: „nach 1996, aber vor 2004“. Der Duden betreibt ein Verwirrspiel.


Theodor Ickler zu »Saure Gurken und ein überflüssiges Jubiläum«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2020 um 17.50 Uhr verfaßt.

Erstens wurde die neue Rechtschreibung in den meisten Ländern am 1. August 1998 nur probeweise eingeführt. (Schmachthagen)

Das glaubten damals viele, auch wenn das Datum nicht stimmt: 1996 bis 1998 wurde sie eingeführt, und dann war eine mehrjährige Übergangsfrist vorgesehen, in der die neuen Schreibungen ausschließlich unterrichtet, die alten aber nur angestrichen, nicht notenrelevant bewertet werden sollten.

Eine Erprobungsphase war nicht vorgesehen, die späteren Revisionen wurden den Politikern mit großer Mühe abgerungen, weil es gar nicht anders ging und man den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen wollte - hauptsächlich durch Zulassung unzähliger fakultativer Altschreibungen.


Manfred Riemer zu »Altweibersommer«
Dieser Kommentar wurde am 31.12.2019 um 10.30 Uhr verfaßt.

Alle Omas, die nicht im Hühnerstall Motorrad fahren, sind sowieso ausgenommen.


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 30.12.2019 um 17.26 Uhr verfaßt.

Wer nur hier liest, was Schmachthagen von sich gibt und wie es zu beurteilen ist, sollte nicht vergessen, auch einmal hier vorbeizuschauen: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=712


Theodor Ickler zu »Altweibersommer«
Dieser Kommentar wurde am 30.12.2019 um 06.40 Uhr verfaßt.

Vor Jahren zog eine ältere Frau vor Gericht und durch mehrere Instanzen, weil sie sich durch das Wort „Altweibersommer“ verunglimpft fühlte, obwohl niemand sie als altes Weib bezeichnet hatte und „Altweiber“ als Erstglied eines Kompositums ohnehin keine Referenz hat. Zur Zeit fühlen sich Omas durch den Liedvers „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ beleidigt. Wenn jemand, ob fiktional oder nicht, satirisch oder nicht, seinen Opa beschimpft, fühle ich mich nicht angesprochen; ich bin zwar Opa, aber nicht seiner. Das hat schon Platon im „Euthydemos“ logisch aufgeklärt.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Startseite | nach oben


© 2004–2018: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM