zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Kommentare zu den Nachrichten

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 16.03.2021 um 08.19 Uhr verfaßt.

Die USA bekommen zum ersten Mal eine indigene Innenministerin. (tagesschau.de 16.3.21)

Man könnte ebensogut sagen: eine norwegische Innenministerin, denn Frau Haalands Vater war Norweger. Aber dann wäre dem Rassen-Proporz nicht gedient, und Rasse zählt schließlich. Das Wort indianisch wird in allen Berichten vermieden, so daß nur noch die Herkunft entscheidet. Aber auch wieder nicht immer, sondern nur bei Nichtweißen. Es ist schon vertrackt.

Immerhin können wir jetzt die Pocahontas-Affäre der halben Rothaut Elizabeth Warren vergessen.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 24.02.2021 um 19.03 Uhr verfaßt.

Besonders Behinderte. Zur Erinnerung:
http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1154#14436


Wolfram Metz zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 24.02.2021 um 08.14 Uhr verfaßt.

Da ist tatsächlich noch viel zu tun. Mancher Tiername ist gleich doppelt diskriminierend. Prozessionsspinner etwa veralbert eine religiös konnotierte Praxis und beleidigt zudem – sogar im Grundwort (!) – pauschal alle Menschen.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 23.02.2021 um 06.24 Uhr verfaßt.

Viele hundert Vogelnamen sollen geändert werden, weil sie "rassistisch" sind (Kaffernsegler usw.) Die Schweden sollen schon die Lappenmeise umbenannt haben, was wieder mal die Frage nach Eigenbezeichnungen usw. aufwirft.
Viele Tiernamen tragen auch die Eigennamen von Personen in ihrer zoologischen Bezeichnung, die vor dem Richtstuhl des heutigen Moralpöbels nicht bestehen können. Und bei Vögeln kann es ja nicht bleiben, das gesamte Systema naturae ist zu durchforsten. Die nächste Generation wird auch den Weißbürzelsegler und den Schwarzstorch nicht dulden.


Theodor Ickler zu »„Gnadenlos für die Kinder …“«
Dieser Kommentar wurde am 22.02.2021 um 05.36 Uhr verfaßt.

Eine bekannte Literaturkritikerin findet einen neuen Roman "brutal und zärtlich zugleich".

Jemand denkt sich etwas Brutales aus, und dann denkt er sich etwas Zärtliches aus. Na und?


Theodor Ickler zu »„Gnadenlos für die Kinder …“«
Dieser Kommentar wurde am 13.12.2020 um 05.10 Uhr verfaßt.

Schon wieder ist ein „gnadenlos guter Roman“ erschienen (Axel Rühle, SZ 12.12.20). Vor Jahrzehnten muß das mal originell gewirkt haben.

Das Feuilleton muß gnadenlos geistreich sein.



Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 17.11.2020 um 06.08 Uhr verfaßt.

Zum vorigen: Schon brennt es im U-Bahnhof "Onkel Toms Hütte", wenn auch nur in der Ladenstraße. Wir Verschwörungsspezialisten vermuten trotzdem einen Zusammenhang.


Wolfram Metz zu »Falsches Deutsch und schlechtes Deutsch«
Dieser Kommentar wurde am 01.11.2020 um 12.15 Uhr verfaßt.

Nachtrag: Eine weitere, naheliegende Referenz wäre die Frage, wie wahrscheinlich eine Wahlniederlage Trumps ist. Also etwa so: selbst wenn er gehen muß = selbst wenn es soweit kommt, daß er abgewählt wird (was bisher aber noch längst nicht ausgemacht ist).


Wolfram Metz zu »Falsches Deutsch und schlechtes Deutsch«
Dieser Kommentar wurde am 01.11.2020 um 12.08 Uhr verfaßt.

Spiegel Online titelt: »Was von Trump bleibt – selbst wenn er gehen muss«. Das erschien mir auf Anhieb etwas schräg, denn das Wörtchen »selbst« drückt oft eine Steigerung gegenüber einer gedachten Referenzsituation aus. Hier dachte ich unwillkürlich an den entgegengesetzten Fall, nämlich daß Trump nicht gehen muß, also im Amt bleibt. Dann aber ist die Frage, was von ihm bleibt, unsinnig, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt. Anders ausgedrückt: »Wenn Trump im Amt bleibt, wird folgendes von ihm bleiben« ergibt keinen rechten Sinn. Deshalb scheint die Steigerung »Selbst wenn Trump nicht im Amt bleibt, wird folgendes von ihm bleiben« in dieser Aussage keine sinnvolle Referenz zu haben.

Hier scheinen mir zwei Aussagen miteinander verschränkt zu sein: 1. Wenn Trump abgewählt wird, bleibt von ihm folgendes, 2. Selbst wenn Trump abgewählt wird, wird nicht alles wieder so sein wie vorher. Bei Aussage 2 liegt die Referenz demnach auf einer anderen Ebene, etwa in der Fragestellung: Was muß geschehen, damit von Trump nichts übrigbleibt? Daß die Demokraten den Senat übernehmen, wird allein zum Beispiel nicht reichen, wenn Trump im Amt bleibt. Aber selbst wenn Trump gar nicht mehr im Amt ist, wird man seinen Einfluß noch spüren, weil seine Politik die amerikanische Gesellschaft nachhaltig verändert hat.


Theodor Ickler zu »Falsches Deutsch und schlechtes Deutsch«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2020 um 17.45 Uhr verfaßt.

Feine Beobachtung, vgl. auch https://german.stackexchange.com/questions/10217/den-umst%C3%A4nden-entsprechend-gut


Wolfram Metz zu »Falsches Deutsch und schlechtes Deutsch«
Dieser Kommentar wurde am 26.10.2020 um 19.01 Uhr verfaßt.

Jens Spahn geht es »den Umständen entsprechend ganz gut«. So jedenfalls formulierte er es gestern in einer Videobotschaft. Die Umstände – nämlich die Tatsache, daß er positiv auf das Coronavirus getestet worden ist – sind aber gar nicht so, daß ihnen ein ganz guter Gesundheitszustand entspräche. Genausogut könnte es ihm jetzt ganz schlecht gehen.

Wenn man sagt, es gehe Herrn Müller nach seinem Herzinfarkt »den Umständen entsprechend«, dann meint man damit, daß es ihm so geht, wie es einem halt geht, wenn man gerade einen Herzinfarkt überlebt hat: er springt nicht wie ein junger Gott im Krankenzimmer herum, aber er hat den Infarkt überlebt und wird jetzt weiter behandelt. Es geht ihm nicht gut, aber gemessen an den Umständen könnte es ihm viel schlechter gehen. Anders ausgedrückt: den Umständen entsprechend = gemessen an den Umständen gut.

Insofern ist das »gut« in Spahns Formulierung eigentlich überflüssig. Natürlich kann man weiter differenzieren zwischen Herrn Müller und Frau Schneider, der es bei gleichem Befund etwas schlechter geht als Herrn Müller. Ich vermute aber, daß die Ergänzung mit dem Bedürfnis zu tun hat, die Hauptbotschaft, nämlich daß man im Moment nicht um das Leben des Herrn Müller bzw. Spahn zu fürchten braucht, mit einem eindeutigen Signalwort zu markieren. Daß die Einschränkung »den Umständen entsprechend« in Kombination mit »gut« nicht mehr paßt, wird dabei in Kauf genommen oder gar nicht erst bemerkt.


Theodor Ickler zu »Wieso sind Sprachen schwierig?«
Dieser Kommentar wurde am 29.09.2020 um 07.39 Uhr verfaßt.

Im Reiseteil der Zeitung wird über die Reste von "Unserdeutsch" berichtet, einem Kreol, das in der kurzlebigen Kolonie Deutsch-Neuguinea entstand und heute nur nioch hundert betagte Sprecher haben soll, die meisten inzwischen in Australien.

Als eine Art sprachlicher Widerstand gegen das oktroyierte Deutsch der Missionare entwickelten die Schüler schnell ihre ganz eigene Sprache, die sie „Kaputtene Deutsch“ oder „Falsche Deutsch“ nannten. Eine Sprache, die wie Deutsch anmutete und ohne Prügelstrafe gesprochen werden konnte. In Wirklichkeit ist sie aber eine innovationsreiche Mischsprache, deren Wortschatz zwar überwiegend auf dem Deutsch der Missionare basiert, deren grammatische Struktur aber im örtlichen Tok Pisin verwurzelt ist, das die meisten Kinder von Haus aus sprachen. (FAS 27.9.20)

Sondersprache als stiller Widerstand - das paßt in die heutige Zeit, ist aber für die damalige Entwicklung nicht nachweisbar. Es gibt natürlichere Erklärungen dafür, daß die Schüler, die keine gemeinsame Sprache hatten, auf dem Schulhof nicht die deutsche Schriftsprache benutzten, die sie im Unterricht lernten. Es ist auch nicht sicher, daß die meisten Kinder das englischbasierte, ebenfalls recht junge Tok Pisin als Muttersprache sprachen.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Startseite | nach oben


© 2004–2018: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM