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Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 05.04.2025 um 14.40 Uhr verfaßt.
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Mancher wird vielleicht gerade die chinesische Reaktion für Panik und die von der EU angedachten Gegenmaßnahmen für besonnener und durchdachter halten. Aber wenn Sie die reine Rhetorik meinen (wir sind ja in dem entsprechenden Strang), so stimmt es natürlich, daß einige Äußerungen der letzten Tage wenig souverän wirkten. Die kamen diesmal aber weniger von politischer Seite, wenn ich es richtig sehe. Im übrigen finde ich den Begriff Handelskrieg durchaus passend. Und daß es nun heißt, Trump leide unter Zollwut, finde ich witzig – endlich mal ein richtig gelungenes Wortspiel.
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Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 05.04.2025 um 12.27 Uhr verfaßt.
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Ich plädiere ja nicht für Experimente, sondern dafür, wenn ein Land es tut, dann Ruhe zu bewahren, nicht in Panik zu verfallen.
Es ist schließlich kein Krieg. Auch das Wort Handelskrieg finde ich deshalb nicht gut.
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Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 23.38 Uhr verfaßt.
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Die Weltwirtschaft als Experimentierfeld, auf dem man mal ganz unaufgeregt ein bißchen Feuer legt, um dann zu schauen, was passiert? Vielleicht ist nicht alles so kompliziert, wie manche behaupten, aber es ist sicher nicht so einfach, wie einer uns weismachen will. Das gilt nicht nur für ökonomische Fragen. Langsam scheint selbst ihm zu dämmern, daß der Herr in Moskau für ihn ein paar Nummern zu groß ist. Beunruhigenderweise kann man kaum vorhersagen, wie er auf diese Erkenntnis reagieren wird.
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Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 21.30 Uhr verfaßt.
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So, wie China. Sie reagieren prompt, ohne viel Tam-tam, ganz unaufgeregt. Willst du Zölle? Bitte schön, hast du Zölle. Sehen wir mal, wem es was nutzt.
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Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 11.51 Uhr verfaßt.
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Jedes Land hat das Recht, die Bedingungen für seinen Außenhandel festzulegen. Wem diese nicht gefallen, muß ja nicht mitmachen. Ob hohe Zölle vorteilhaft für das Land sind, das sie verhängt, wird es dann schon erfahren. Ich plädiere da für mehr Gelassenheit.
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Ivan Panchenko zu »Noch einmal zu den Verbzusätzen«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 10.09 Uhr verfaßt.
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Aber ist das getrennt geschriebene Adverb vor einem einfachen Verb (außer sein) möglich? Duden führt Varianten (VZ vs. freies Adverb) vor komplexen Verben und Verbzusatzkonstruktionen (mit ansehen und mitansehen), aber ist zum Beispiel auch mit (ebenfalls) arbeiten (mit Hauptbetonung auf arbeiten) möglich?
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Erich Virch zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 09.28 Uhr verfaßt.
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Sollte der Meisterdealer sich nur eine starke Position verschaffen wollen, muß man sich umso verwunderter fragen, warum er ausgerechnet gegenüber Rußland gleich die denkbar schwächste eingenommen hat.
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Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 07.47 Uhr verfaßt.
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Unklar ist nicht nur mir, ob Trump die Zölle wirklich will (was wohl die größte volkswirtschaftliche Dummheit wäre), oder ob er sie nur in den Raum wirft, um dann zu verhandeln und einen Kompromiß als größten Deal aller Zeiten auszugeben. Manche Äußerungen sprechen dafür.
Donald Trump äußerte sich gegenüber Presseleuten im Weißen Haus mit Blick auf den Aktienmarkt laut CNN: „Ich glaube, es geht sehr gut.“ Weiter sagte der US-Präsident zuversichtlich: „Die Märkte werden boomen, die Aktien werden boomen, das Land wird boomen.“ (...) Der Republikaner erklärte: „Und der Rest der Welt will sehen, ob es eine Möglichkeit gibt, einen Deal zu machen. Sie haben uns viele, viele Jahre lang ausgenutzt. Viele Jahre lang waren wir auf der falschen Seite des Balls, und ich sage Ihnen was: Ich glaube, es wird unglaublich sein.“ (FR 4.4.25)
Wir werden sehen. Erst mal geht es abwärts, auch mit der Alterssicherung der Amerikaner.
Kritiker wundern sich darüber, daß Trump wie schon in seiner ersten Amtszeit nie erwägt, ob manche amerikanischen Produkte vielleicht international nicht marktfähig sein könnten. Schlagendes Beispiel war seine Empörung darüber, daß in den USA deutsche Autos am Straßenrand stehen, in Deutschland aber keine amerikanischen. Das Handelsdefizit der USA ist einfach eine Folge der Konsumfreudigkeit und -stärke der Amerikaner bei geringer Sparneigung.
Trump wird als „Republikaner“ bezeichnet, aber das trifft nur formal zu, in Wirklichkeit ist er einfach Trump, und die Republikaner sind überwiegend Trumpianer. „Trumpisten“ wäre irreführend, weil es auf Anhänger eine Lehre (s. „Trumpismus“) hindeutete, während es hier bloß um persönliche Gefolgschaft geht. Aus statistischen Gründen muß es auch unter Republikanern viele geben (sogar die Mehrheit), die Trump durchschauen. Seine Politik ist ja auch nicht republikanisch. Ihr Stillhalten und Mitlaufen spricht sehr gegen sie.
Sollten die Amerikaner jahrzehntelang nicht bemerkt haben, daß sie vom ganzen Rest der Welt abgezockt werden (und dabei die reichste Nation der Erde geworden sind) – bis Trump es aufdeckte? Das ist doch nicht sehr wahrscheinlich.
Nicht das Schlimmste, aber das Frechste sind Trumps Schöpfungen „Tag der Liebe“ (für den Putschversuch) und „Tag der Befreiung“ (für die Entfesselung des zerstörerischen Handelskriegs).
Unsere Trumpfans wollen sich und anderen einreden, Trumps Leute hätten Schumpeter „gelesen und verstanden“. Ob sie selber mehr als das Schlagwort von der „schöpferischen Zerstörung“ gehört haben? Von Trump selbst wagen sie nicht zu behaupten, daß er irgend etwas gelesen habe.
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Theodor Ickler zu »Nicht pornographisch«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 05.59 Uhr verfaßt.
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„Der Ursprung der Welt, 1866 von Gustave Courbet gemalt, ist ein gewagtes Werk, das die Kunstgeschichte geprägt hat. Das Gemälde, das einen weiblichen Akt in Nahaufnahme darstellt, enthüllt mit chirurgischer Präzision das Geschlecht einer Frau und bricht damit mit den Konventionen der damaligen Zeit.“
„Chirurgisch“? Anderswo heißt es richtig „anatomisch“.
Warum bemühen sich alle, das Bild „nicht pornographisch“ zu finden? Was heißt das überhaupt, und wie verträgt es sich mit dem Versteckspiel? Der Auftraggeber wollte doch keine anatomische Studie. Übrigens drängen sich in Paris bei weitem nicht so viele Touristen davor wie vor der langweiligen Mona Lisa, die man "gesehen haben muß", aber schon allzu gut kennt.
Wikipedia: „Courbet hat sein Bild so gemalt, dass den Betrachtern gleichfalls ein Blick begegnet. Die halb geöffnete Vulva erblickt den Blick des Betrachtenden, sie blinzelt ihn an.“ Na ja, das kennen wir von Rilke: „Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht.“ Die Geistreichelei könnte von Lacan sein, dem letzten privaten Besitzer.
Es ist einfach ein wunderbares Bild mit einem erschütternd zutreffenden Titel.
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Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 05.10 Uhr verfaßt.
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Die von einer Minderheit lancierte Identitätsideologie mit ihren grotesken Auswüchsen hat in den letzten Jahren für einen sehr verbreiteten Unmut gesorgt, der allerdings in den beflissenen Medien kaum zu Wort kommt. Ich selbst spüre die Wut in mir, wenn ich im Küchenradio das dämliche Gendern hören muß, für das ich auch noch Gebühren entrichte, ohne mich wehren zu können. Hinzu kommen expurgierte Kinderbücher, vegane Kinderlieder usw. So dürfte sich die breite Zustimmung zur Kahlschlagpolitik der amerikanischen Holzfäller erklären. Dabei geht dann auch viel wertvolles Porzellan kaputt. Es war sehr geschickt, die Wut in einem Schlagwort wie „woke“ zu konzentrieren. Hatten wir nicht die ganze Zeit das Gefühl: „Das kann nicht gutgehen!“ Nur hätten wir es uns weniger rabiat gewünscht.
In diesem Zusammenhang: „Vor allen öffentlichen Gebäuden des Landkreises Jerichower Land, die einen Flaggenmast besitzen, soll bald die Deutschland-Fahne hängen. Dazu zählen auch Sekundarschulen und Gymnasien. Diesen Antrag brachte nun die AfD im Kreistag Jerichower Land ein, die CDU stimmte dafür.“
Das könnte auch für Bayern bald beschlossen werden. Im Eingangsbereich hängt ja schon das Kruzifix als identitätsstiftendes Symbol.
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Theodor Ickler zu »Noch einmal zu den Verbzusätzen«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 04.54 Uhr verfaßt.
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"Mit" gehört zu den wenigen Verbzusätzen, die praktisch immer mit dem Verb zusammengeschrieben werden. Ich habe es in meinem Wörterbuch s. v. "mit" unter Verweis auf § 9 erläutert. In Grenzfällen kann man zwischen VZ-Bedeutung "zusammen" und Adverb-Bedeutung "ebenfalls" nicht gut unterscheiden, das wird es immer geben.
Vielleicht geben manchmal die nominalen Zusammensetzungen den Ausschlag ("Mitarbeiter", "Mitesser").
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Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 04.04.2025 um 01.43 Uhr verfaßt.
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Was ist das nur für ein Politzirkus!
Allgemeines Herumhacken im ZDF, "heute journal update" (heute, 0.45 Uhr), auf Orban, weil er Netanjahu in Ungarn nicht verhaften läßt. Auch ein Völkerrechtler und Straßenpassanten in Budapest kommen zu Wort.
Außenministerin Baerbock sagt in Brüssel vor der Kamera ins Mikrofon:
"Es ist ein schlechter Tag für das Völkerstrafrecht. Europa hat auch hier klare Regeln, die für alle EU-Mitglieder gelten."
ZDF-Kommentar:
"Im fernen Berlin", man beachte die Ironie, "stellt der Noch-Kanzler und sein Wohl-Nachfolger derweil klar, daß Netanjahu in Deutschland auch nicht verhaftet würde."
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