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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Neuerdings zusammen«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2019 um 12.04 Uhr verfaßt.

Und der Rechtschreibrat soll sich hier engagieren, nur damit der Deutsche weiß, ob und wann er sitzen bleiben zusammenschreiben darf!

Immerhin erfahren wir:

"Spelling became a political issue in Germany through the German orthography reform, which was decreed in 1996 and caused a fierce controversy carried out in public as well as uncertainty even among professional writers about the correct spelling. As a consequence of this tumult caused by the reform, the Council for German Orthography (Rat für deutsche Rechtschreibung) was established in 2004."


Theodor Ickler zu »Neuerdings zusammen«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2019 um 11.53 Uhr verfaßt.

Auf welche Abwege man gerade mit diesen von Eisenberg noch ausgebauten Regeln gerät, sieht man hier:

Andrea Horbach, Andrea Hensler, Sabine Krome, Jakob Prange, Werner Scholze-Stubenrecht, Diana Steffen, Stefan Thater, Christian Wellner and Manfred Pinkal: "A Corpus of Literal and Idiomatic Uses of German Infinitive-Verb Compounds"

(Link unter www.schreibgebrauch.de)


Theodor Ickler zu »Logik der Negation«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2019 um 09.49 Uhr verfaßt.

Kevin Kühnert bekommt Lob "von unerwarteter Seite", nämlich von "Entertainer Thomas Gottschalk".

Ich habe dieses Lob tatsächlich nicht erwartet, aber ich habe es auch nicht nicht erwartet - in dem Sinne, daß ich etwas anderes als Lob erwartet hätte. Ich habe einfach gar nicht darüber nachgedacht. Es gibt 7 Mrd. Menschen, von denen ich nichts erwarte.

Man versteht die Meldung aber anders. Ausgerechnet von Gottschalk! Das muß sich aber nicht einmal auf Kühnerts politische Ansichten und Absichten beziehen, sondern kann auch der Tatsache gelten, daß Gottschalk sich überhaupt zu einer politischen Frage äußert (statt zu entertainen).


Theodor Ickler zu »Wie geht es weiter?«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2019 um 03.55 Uhr verfaßt.

Auch die "Neologismen", die der Rat immer wieder erwähnt, werden sowohl von den Wörterbuchredaktionen als auch anderswo gesammelt, ohne daß es einer aufwendigen "Sprachtechnologie" bedürfte. Zum Beispiel gleich am IDS ("Neologismenwörterbuch"). Dort finde ich übrigens den Eintrag Respektrente. Die Definition lautet: "monatlicher Zuschuss zur Aufstockung der Rente von Geringverdienern". Dann heißt es weiter:

"Wertungsaspekt
Die Verwendung des positiv besetzten Lexems Respekt führt dazu, dass die Zusammensetzung als Euphemismus gesehen werden kann."

Das ist sehr problematisch, entspricht freilich dem alten sprachkritischen Impuls, den das IDS nicht aufgeben will.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2019 um 03.42 Uhr verfaßt.

Bei Olaf Krause (http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=130#11032) bin ich auf Studierendentexte gestoßen (die der Rechtschreibrat untersucht haben soll). Studentische Texte kann er nicht mehr sagen, weil da das verhaßte Maskulinum drinzustecken scheint.

Genderndentexte, Angepaßtentexte, Gehorchendentexte, Gleichgeschaltetentexte...


R. M. zu »Wie geht es weiter?«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2019 um 00.11 Uhr verfaßt.

Die Instrumentarien zur Beobachtung des Schreibgebrauchs stehen bereit und müssen nicht neu erfunden werden. Wenn man z. B. wissen möchte, wie Spaghetti im Deutschen geschrieben wird, reicht ein Blick in ein paar leicht zugängliche Datenbanken und in die Regale eines Supermarkts.

Im übrigen sind Bachelor-Arbeiten oder Kurzvorträge auf Tagungen nicht als »Publikationen« im wissenschaftlichen Sinne zu verstehen.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 05.12.2019 um 10.38 Uhr verfaßt.

„Ein pfleglicher Umgang mit der Sprache leitet auch zum pfleglichen Umgang mit den Mitmenschen an.“ (Josef Lange, Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung. Sprachdienst 6/2016)

Ein gutes Beispiel ist die Rechtschreibreform.


Theodor Ickler zu »Wie geht es weiter?«
Dieser Kommentar wurde am 05.12.2019 um 09.57 Uhr verfaßt.

Also einfach gesagt: Was ist von diesem Projekt zu halten: http://www.schreibgebrauch.de/index.html?


Theodor Ickler zu »Wie geht es weiter?«
Dieser Kommentar wurde am 05.12.2019 um 09.12 Uhr verfaßt.

Danke für die wertvolle Information!

Mir war und ist unklar, wie weit die Sprachtechnologen via Rechtschreibrat und "Konsortium" aus Steuermitteln subventioniert worden sind und werden sollten.

Die liquidierte Firma scheint eine "Ausgründung" der Universitäts-Computerlinguistik gewesen zu sein. Solche Kommerzialisierung wird ja von Universitäten und Kultusministerien ausdrücklich befürwortet. Das Engagement des bertelsmannisierten Rates für deutsche Rechtschreibung (!) kam aber doch etwas überraschend. Die wirklich dringende Agenda sieht anders aus.

Ich vermute aber, daß in der jetzigen Sitzungsperiode manchen Ratsmitgliedern Bedenken kommen werden, was der Rat eigentlich mit der Computerlinguistik und der Pflege irgendwelcher Materialien der ebenfalls verflossenen Tochterfirma wissenmedia zu tun hat


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 05.12.2019 um 07.28 Uhr verfaßt.

FAZ am 5.12.19 über chinesische Gehirnwäsche:

„Aus kognitionswissenschaftlicher Sicht stehen hinter den weitgehend unbewussten Denk- und Handlungsschemata des Menschen synaptische Signalbahnen im Gehirn, die durch ständige Wiederholung zustande kommen und die umso stabiler sind, je stärker die die Lernprozesse begleitenden Emotionen sind. Die Umerziehung in Xinjiang scheint das gezielt zu nutzen.“ (usw.)

So wird es wohl sein. Man weiß nichts, aber solche neurosophischen Phrasen kann man risikolos dreschen. Das ist eben Kognitionswissenschaft.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 05.12.2019 um 07.19 Uhr verfaßt.

Glückliches Österreich! Shisha-Bars sind nicht verboten, nur das Rauchen dortselbst. Das hat der Verfassungsgerichtshof klargestellt.


Theodor Ickler zu »Ikonismus«
Dieser Kommentar wurde am 05.12.2019 um 06.35 Uhr verfaßt.

Meine Kinder haben sich immer an meinen Rezitationen skurriler Gedichte erfreut, und zum Beispiel Morgensterns "Gruselett" weiß die ganze Familie auswendig (vgl. auch http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1496#29775)

Natürlich wird das Gruselett auch in Deutschbüchern für den Unterricht verhackstückt, und andere machen sich darüber wieder lustig, z. B. über ein Werk aus dem Verlag Cornelsen (s. Internet).

Viele behaupten ja, die Gruselwirkung beruhe auf dem Spiel mit den Vokalen. Das ist aber immer falsch. Erst einmal wirkt der Inhalt, die Laute können nur ein wenig unterstützen.

Selbst diese wenigen Verse kann man noch falsch zitieren: https://www.bamberger-onlinezeitung.de/2013/11/04/rote-fingur-plausternd-morgenstern-hat-golz-im-sinn-halloween-war-vorvorvorgestern-heute-feiern-wir-mit-einem/

Unterricht tötet. (Frei nach AfD)


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