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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Dienstbar«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 15.19 Uhr verfaßt.

Friedrich Alexan: Im Schützengraben der Heimat. Editions meteor, Mannheim 2008 (Erstausgabe: Paris 1935).

Jetzt: Die Welt der kleinen Leute (von der Tochter herausgegeben und an Reformschreibung angepaßt „mit dem Ziel, die Lesbarkeit zu erleichtern“)


Stephan Fleischhauer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 13.09 Uhr verfaßt.

Der Autor interessiert mich natürlich auch nicht, dafür aber die bpb.


Stephan Fleischhauer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 13.02 Uhr verfaßt.

Die Konventionen in anderen Ländern und früheren Zeiten haben aber auch mit anderen Umständen zu tun. Angenommen, wir würden unseren Wohlstand und unsere Infrastruktur verlieren, wohin würden wir uns entwickeln. Wie funktioniert zum Beispiel eine Gesellschaft ohne Notruf?

Vielleicht ist unsere Freiheit und der Zerfall unsserer familiären Strukturen sogar psychisch ungesund, wer weiß.

Im Tierreich geht es auch recht brutal zu, und da kommen wir her.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 12.48 Uhr verfaßt.

Ich denke an die Männer in den Romanen des 19. Jahrhunderts, die unglücklich sind, weil sie sich z. B. duellieren müssen, statt gemütlich bei ihren Frauen im Bett zu liegen. Von muslimischen Männern wird oft berichtet, wie gern sie weniger machohaft wären. Keinem macht es wirklich Freude, seine Schwester abzustechen.

Mit dem "Rollendruck" meinte ich, daß auch Frauen ihre Wünsche haben, aber leider damit oft nicht durchdringen, s. o. - Es ist aber schon besser geworden, entspannter, was einem dann wieder besonders im Kontrast mit den Zuwanderern auffällt, die noch die alte Ordnung in den Knochen haben, ziemlich ähnlich der westlichen von damals. Schon in gewissen Balkanländern geht die abgearbeitete Kopftuchträgerin zwei Schritte hinter ihrem Eheherrn; das sehen wir nicht gern.

Der genannte Schriftsteller interessiert mich nicht, ich werde ihn hier nicht verteidigen.


Stephan Fleischhauer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 12.26 Uhr verfaßt.

Das ist ungewöhnlich: In der deutschen Wikipedia steht mehr als in der englischen.

https://de.wikipedia.org/wiki/JJ_Bola


Stephan Fleischhauer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 12.19 Uhr verfaßt.

Auf der von mir verlinkten Seite gibt es eine Leseprobe. Der Autor berichtet aus seiner Jugend in London. Da er afrikanischer Herkunft ist, kommt es zu kulturellen Konfrontationen (Hand-in-Hand-Gehen bei Männern). Darüber verliert er eigentlich nur wenige Sätze - und leitet dann völlig unvermittelt zu folgendem über:

Was bedeuten unsere Auffassungen von Männlichkeit und die kulturellen Normen, in die sie eingebettet sind, für Jungs, die in der heutigen Zeit zu Männern heranwachsen? Was bedeuten sie für junge und ältere Männer, die in einer Gesellschaft leben, die sie dazu ermutigt, an der Wut festzuhalten, die das Leben von Frauen wie auch das Leben vieler Männer zerstört? Es gibt viele wichtige Fragen, die wir uns zum Thema Männlichkeit und Männer in der heutigen Zeit stellen müssen. Warum tauchen überwiegend Männer in der Statistik von Gewaltverbrechen auf, insbesondere bei sexueller Gewalt, von Belästigung bis zu Vergewaltigung? Warum ist Suizid die häufigste Todesursache von Männern unter fünfunddreißig – häufiger als Krankheiten oder Unfälle? Was können wir tun, um all das zu ändern? Um ein tieferes Verständnis für unsere Vorstellungen von Mannsein und Männlichkeit zu erlangen, müssen wir das Patriarchat verstehen, jene Ideologie und hierarchische Struktur, die Männer in eine vorteilhafte Position gegenüber Frauen versetzt und ihnen Macht, Privilegien, Ansprüche und Zugang zu Ressourcen in verschiedenen Bereichen und Kontexten gewährt: von der Familie bis hin zu Wirtschaft und Arbeitsplatz schreibt sie Männern und Frauen ihre Rollen zu und diktiert ihre materiellen Realitäten. Die Erwartung, dass Frauen kochen und putzen sollten, während Männer die Hauptverdiener sind, mag zwar keine so große Bedeutung mehr haben wie vor fünfzig Jahren. Aber heißt das, dass wir in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben? Es lässt sich argumentieren, dass Frauen von solchen strengen Zuschreibungen befreit sind. Oberflächlich betrachtet ist das Bild der Hausfrau nicht mehr ganz so verbreitet, aber wenn Frauen für die gleiche Arbeit immer noch schlechter bezahlt werden als Männer, was sagt uns das darüber, wie weit wir gekommen sind? Wie ich im Verlauf des Buches erörtern werde, zieht sich das Patriarchat wie ein roter Faden durch die Familie, das Bildungssystem und die Mainstream-Medien. Es wirkt sich auf die Aneignung von Verhaltensweisen, Einstellungen und Handlungen von Männern aus und schreibt ihnen vor, wie sie in allen Aspekten ihres Lebens handeln, fühlen und sich verhalten sollen, insbesondere in Bezug auf Frauen und andere Männer.

Irgendwie das, was ich erwartet habe. Insbesondere von der bpb.


Erich Virch zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 11.18 Uhr verfaßt.

"Rollendruck" scheint mir seit Jahren und Jahrzehnten eher von denjenigen auszugehen, die jedes "Rollen"-Verhalten als schädlich und schimpflich bekämpfen. Seit den siebziger Jahren schenken fortschrittliche (heute "woke") Eltern ihren Söhnchen Puppen und den Töchtern Spielzeugautos. Die Kinder tauschen dann untereinander, und die Eltern fragen sich, was sie falsch gemacht haben. Wer sich an der Wirklichkeit orientieren möchte, braucht bloß zu studieren, wie unterschiedlich sich Erstkläßler je nach Geschlecht auf dem Schulhof verhalten, und wer glaubt, das sei alles anerzogen, soll mir sagen, wer pubertierende Mädchen dazu erzieht, Boy Groups in kreischenden Horden Schlüpfer auf die Bühne zu werfen.


Stephan Fleischhauer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 11.06 Uhr verfaßt.

Dann habe ich es nicht verstanden. Der letzte Satz klingt so, als würden Männer etwas falsch machen, als würden sie falschen Erwartungen folgen.

Es gibt natürlich einen Konkurrenzkampf unter Männern (wie auch unter Frauen) - und dementsprechend Verlierer. Dazu mag auch dieser "locker room talk" gehören, bei dem herablassend über Frauen gesprochen wird. Aber ich glaube nicht, daß sich der Konkurrenzsituation durch kluge Bücher entkommen läßt.

Es ist viel hilfreicher, das beiderseitige Rollenverhalten zu verstehen als es (einseitig) zu verdammen. Man findet dann auch eher seine Nische.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 07.54 Uhr verfaßt.

Der Rollendruck auf Männer kommt auch von Frauen.

Sag ich doch und finde es auch richtig. Warum gibt es uns überhaupt, wenn nicht um der Frauen willen?


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 07.48 Uhr verfaßt.

Aus der Schulzeit:

Im Lateinunterricht kam es darauf an, aus Andeutungen des Lehrers zu erraten, welcher Text in der nächsten Klassenarbeit zu übersetzen sein würde. Dann konnte man sich eines dieser kleinen Heftchen besorgen, die eine Übersetzung als "Lernhilfe" boten, in Wirklichkeit aber ebenso zum betrügerischen Zweck vertrieben wurden wie die Miniaturwörterbücher ("Liliput"). Die Heftchen wurden "Transe" oder "Klatsche" genannt.
Ich kann sagen, daß ich weder solche Tricks benutzt noch je einen Blick auf das Heft meines Nachbarn geworfen habe, aber nicht etwa aufgrund meines hochmoralischen Charakters, sondern weil ich einfach zu stolz war. Außerdem habe ich den Aufwand für die Herstellung von Spickzetteln usw. immer für unökonomisch gehalten. Aber irgendwie war das für viele auch eine Schule fürs Leben.
Der Lateinlehrer, der meine nicht besonders glanzvolle Abiturklausur mit ironischen Kommentaren bedachte (ich hatte mehrere Jahre Latein nachgeholt und interessierte mich kein bißchen für römische Autoren, konnte auch kein Wort Griechisch), hätte sich wohl nicht träumen lassen, daß ich mal Klassische Philologie studieren würde. Die Abiturarbeiten von 1963 sind mir erst kürzlich zugeschickt worden, ich las sie mit einer Mischung aus Scham, Heiterkeit und Melancholie. "Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai..."

Der Geschichtsunterricht hangelte sich, wie berichtet, von Krieg zu Krieg, jeweils nach "Ursache" und "Anlaß" aufgegliedert, wie die Weltgeschichte eben so ist. Davon muß doch manches hängengeblieben sein, zum Beispiel die schiefe Schlachtordnung, nach deren Anwendungsmöglichkeiten ich immer noch suche, sowie ein Fürst mit dem Beinamen Jasomirgott, was mir sehr gefallen hat.
Zum Abitur durften wir uns ein Thema für die mündliche Prüfung aussuchen, und ich gab vor, mich für die Geschichte Japans im 19. Jahrhundert zu interessieren, weil ich wußte, daß mein Lehrer davon genau so wenig verstand wie ich. Ich bin denn auch nicht geprüft worden. Der nette Mann, mit dem ich auch nach dem Abitur noch befreundet blieb, hatte den Trick natürlich durchschaut und ließ es mich merken. Aber außer solchen Späßen habe ich den Lehrern nicht viel Kummer gemacht.


Stephan Fleischhauer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 06.37 Uhr verfaßt.

Natürlich nicht, aber männliches Dominanzverhalten ist durchaus ein Attraktionsmerkmal, und dazu zählt auch Gewalt, das läßt sich belegen. Und natürlich ist da jeder einzelne Mensch anders, ich will auf gar keinen Fall Pauschalaussagen machen. Es gibt da sozusagen verschiedene erfolgreiche Strategien.

Jungen und Männer (nicht nur Homosexuelle) fühlen sich in der Tat sehr oft durch die gesellschaftlichen Männlichkeitsvorstellungen bedrückt. Sie wollen nicht hart, machohaft sein und nicht rüde über Mädchen sprechen usw.

(...)

Männer sollten so sein, wie Frauen sie sich wünschen, und nicht wie andere Männer es glauben erwarten zu sollen.


Aber es sind gerade auch Feministinnen, die Männern Gejammer vorwerfen und sich über "male tears" lustig machen. Die traditionellen Rollenerwartungen werden vorgeblich abgelehnt, aber gleichzeitig eingefordert.

Der Rollendruck auf Männer kommt auch von Frauen.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 27.10.2021 um 06.05 Uhr verfaßt.

Zur Buchmesse:

Autorin Jasmina Kuhnke: „Ich möchte nicht, dass Kritiker wie Denis Scheck mein Buch rezensieren“

Tja, leider gottseidank kann man sich bisher nicht aussuchen, von wem man rezensiert wird. Aber wir sind auf dem Wege: Wenigstens beim Übersetzen muß die Hautfarbe stimmen. Das ist Antirassismus.


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